Blaudruck UNESCO Kulturerbe

Im Rahmen eines Festaktes wurde im Congress Schladming von der Generalsekträrin der Österreichischen UNESCO Kommission Mag. Gabriele Eschig die Urkunde über die Aufnahme des „Blaudrucks“ auf die „Internationale Liste der immateriellen Kulturgüter der Menschheit" an die beiden letzten Färberfamilien Koo aus dem Burgenland und Wagner aus Bad Leonfelden, sowie Funktionären des Färbermuseums Gutau übergeben. Beim Färbermarkt in Gutau wurde 2016 von Blaufärbern aus Ungarn, Tschechien, Slowakei, Deutschland und Österreich gemeinsam der Antrag erstellt, der Ende November auf Mauritius nun positiv entschieden wurde.

Unter „Blaudruck“ versteht man Textilien, die mit einem speziellen Färbeverfahren mit Indigo-Farbstoff hergestellt werden und vor allem für die Arbeitskleidung der ländlichen Bevölkerung verwendet wurden. Heute verarbeitet man den Blaudruck primär für hochwertige Trachten, Tischwäsche und Heimtextilien. Es gibt in Europa nur mehr eine kleine Anzahl von Färbern, welche die Geheimnisse um dieses Färberhandwerk kennen, in Österreich sind es nur mehr zwei. In der Mühlviertler Gemeinde Gutau gibt es seit mehr als dreißig Jahren das Färbermuseum, in dem man die aufwändigen Arbeitsschritte nachvollziehen kann, die notwendig sind um den Blaudruck herzustellen. Seit dem Jahr 2000 gibt es in Gutau den Färbermarkt, bei dem sich die Blaufärber Europas treffen um ihre Waren anzubieten. Jedes Jahr pilgern mehr als 5.000 Leute zu diesem Färbermarkt, der zu den schönsten Handwerksmärkten Österreichs zählt, um den begehrten Blaudruck zu erwerben. Bereits in fünf Staaten Europas war der Blaudruck schon regionales UNESCO Kulturgut und 2016 nützte die Österreichische UNESCO Kommission den Färbermarkt um die Blaufärber an einen Tisch zu setzen und ein Dosier für die Aufnahme des Blaudrucks auf die multinationale UNESCO-Liste zu beantragen. Ein aufwändiges Verfahren, zu dem ein spezieller Film gedreht werden mußte und das vom seinerzeitigen Kulturminister Thomas Drozda befürwortet und unterfertigt wurde. Ende November kam aus Port Louis auf Mauritius die erfreuliche Nachricht, dass die Blaudruck-Tradition in die internationale UNESCO-Liste aufgenommen wurde. Neben den Lipizzanern, der Falknerei und dem Imster Schemenlauf findet man nun auch den Blaudruck im internationalen immateriellen Verzeichnis. In der Mühlviertler Färbergemeinde Gutau nützt man diesen Rückenwind um den Blaudruck im Ortsmarketing zu verankern und auch touristisch zu nützen. In einem INTERREG-Projekt der Europäischen Union wurden Fördermittel bewilligt mit denen man die Infrastruktur errichten kann, damit in der Tourismusgemeinde ein Kursangebot rund um den Blaudruck angeboten werden kann. Interessiert zeigt sich auch die Kunstuni Linz und das Museum für angewandte Kunst, die mit ihren Studentinnen die Möglichkeiten in der Zeugfärberei zur Indigo-Färbung in Gutau nützen möchten.