FÄRBERMUSEUM GUTAU

Im "Färberhaus" in Gutau wurde noch bis 1968 gearbeitet, gefärbt und der begehrte "Blaudruck" hergestellt. Als die letzte Färbermeisterin, Frau Margarethe Krennbauer, in Pension gegangen ist, wurde aus der Färberei das Färbereimuseum Gutau. Den "Blaudruck", den man über Jahrhunderte hier hergestellt hat, kennen Sie von den "Blaudruck-Dirndln", die gerade jetzt wieder sehr begehrt sind.

Unsere Museumsbegleiterinnen tragen diese feschen Blaudruck-Dirndln und zeigen Ihnen mit Begeisterung, wie man mit dem Farbstoff "Indigo" blau  färbt und wie mit den "Modeln" der "Papp" aufgedruckt wird, damit später die weißen Muster entstehen. Sie wissen viele Anekdoten über die Färbergesellen zu erzählen, die bei ihrer Wanderschaft halb Europa bereisten.

Viele Sprichwörter, die wir täglich verwenden, kommen aus der Färberei - etwa der "blaue Montag", "ein blaues Wunder erleben" oder "jemanden in die Mangel nehmen". Die Färbermangel ist auch das Herzstück des Färbermuseums, ist bis heute funktionsfähig und kann trotz ihrer 12 Tonnen Gewicht von nur einer Person bewegt werden. 

Der "Burgenländische Indigo-Blaudruck" der Familie Koo und der "Mühlviertler Handblaudruck" der Familie Wagner aus Bad Leonfelden wurden 2010 bzw. 2015 in die nationale Liste des "Immateriellen UNESCO Kulturerbes Österreichs" aufgenommen. Beim "Gutauer Färbermarkt 2016" wurde von Blaufärbern aus Deutschland, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Österreich ein Antrag an die UNESCO gerichtet, um den "Blaudruck" auf die "Internationale Liste der immaterielle Kulturgüter der Menschheit" zu stellen.